Versicherungsschutz durch den Mieter??

GGW

 

Maschinenversicherung durch den Mieter – Vorsicht Falle?!

 

Zunehmend werden Arbeitsbühnenvermieter damit konfrontiert, dass die Mieter die angemieteten Maschinen selbst versichern wollen. Meist versuchen die Mieter damit die anteiligen Umlagekosten für die Versicherung durch den Vermieter zu sparen.
Die Vermieter können oder wollen sich dem nicht entziehen und stimmen immer öfter zu.

Doch Vorsicht, die meisten Vermieter sind sich nicht bewusst, welche Risiken sie damit eingehen. Ist der Schaden erst einmal eingetreten, ist es oft schon zu spät.

Nachfolgende Probleme können auftreten: 

  1. Im Regelfall ist den Vermietern nicht bekannt, in welchem Umfang die Maschinenversicherung des Mieters Versicherungsschutz bietet. Das wird auch nicht durch eine vom Mieter vorgelegte Versicherungsbestätigung oder dem Deklarationsblatt des Vertrages geleistet. Meist offenbaren sich erst im Schadenfall die Deckungslücken. Ist im Mietvertrag dokumentiert, dass der Mieter die Maschine selbst versichert, besteht für den Vermieter kaum die Chance, einen über die Maschinenversicherung des Mieters nicht versicherten Schaden, dann über seine eigene Police regulieren zu lassen.

  2. Für den Vermieter ist es im Regelfall nicht möglich, sicher zu prüfen, ob die Versicherungsprämie für die Maschinenversicherung des Mieters tatsächlich bezahlt wurde. Erfolgte dies nicht, kann der Versicherer die Deckung und damit die Regulierung des Schadens verweigern.

  3. Im Schadenfall bestimmt der Versicherer des Mieters, wie und in welchem Umfang der Schaden reguliert wird, z.T. auch, welche Werkstatt die Reparatur ausführen soll, ob ein Gutachter eingeschalten wird usw. Da das Vertragsverhältnis zwischen dem Maschinenversicherer des Mieters und dem Mieter besteht, hat der Vermieter keinen direkten Einfluss auf die Regulierung des Schadens.
    Achtung: Empfänger der Schadenzahlung ist der Mieter!!!
    Der Vermieter hat keinen direkten Anspruch gegen den Versicherer des Mieters.

  4. Für Maschinen, die durch Banken oder Leasinggesellschaften finanziert werden, wird in aller Regel ein vom Finanzinstitut, dem Leasingnehmer und dem Versicherer unterzeichneter Sicherungsschein ausgestellt. Mit diesem Dokument, welches Teil des Finanzierungsvertrages ist, verpflichtet sich der Vermieter eine Versicherung für die Maschine abzuschließen und er tritt für den Zeitraum der Finanzierung alle Rechte aus dem Versicherungsvertrag an das Finanzinstitut ab. Tritt ein größerer Teilschaden oder ein Totalschaden ein informiert der Versicherer in der Regel das Finanzinstitut und fragt an, an wen die Schadenzahlung zu erfolgen hat. Bei Totalschäden ist die Zahlung meist an das Finanzinstitut zu leisten.
    Stimmt der Vermieter der Versicherung über den Mieter zu, umgeht er die Regelungen aus dem Sicherungsschein und verstößt gegen den Finanzierungsvertrag. Er entzieht dem Finanzinstitut seine Rechte aus dem Sicherungsschein!!!

  5. Auch bei Anmietungen von Maschinen der Vermietern untereinander, zum Zwecke der Weitervermietung, gelten oben genannte Ausführungen.Dabei gilt es zu beachten, dass die Schadenquote des eigenen Vertrages durch alle regulierten Schäden beeinflusst wird, auch derjenigen Maschinen, die angemietet und durch den Mieter versichert sind. Wie schnell erweist sich eine vermeintliche Kostenersparnis als Bumerang.

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung als einer der führenden Versicherungsmakler im Arbeitsbühnenmarkt raten wir von der sogenannten Mieterversicherung ab.
Aus unserer Schadenpraxis sind uns mehrere Beispiele bekannt, bei denen Schäden aufgrund der vorgenannten Praxis am Ende ein Fall für die Gerichte geworden sind. Nicht nur, dass zusätzlich hohe Kosten angefallen sind, oft sind auch langjährige gute Geschäftspartnerschaften in die Brüche gegangen.

 

Steffen Sparmann
Gossler, Gobert &Wolters
Assekuranz-Makler GmbH & Co.KG
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stsp54@ggw.de